Die 12 häufigsten Einrichtungsfehler und wie du diese einfach umgehst. Wir geben Tipps, wie du im Handumdrehen dein Wohn- und Schlafzimmer richtig einrichtest.

Machst du auch diese Einrichtungsfehler?

January 27, 2019

12 Tipps, wie du diese häufigen Einrichtungs-Fehlgriffe vermeidest

Dein Zuhause ist eigentlich ganz chic und du fühlst dich im Grunde genommen auch recht wohl daheim, aber irgendetwas sieht einfach nicht so ganz richtig aus? Die Zimmer wirken viel kleiner als sie eigentlich sind? Oder der Look entspricht doch nicht ganz dem, wie du es dir vorgestellt hast? Vielleicht reichen schon ein paar einfache Kniffe, um deinem Zuhause zu einem stimmigeren Ganzen zu verhelfen. Denn wie du deine Möbel platzierst und wie du deine Wohnung einrichtest, spielt eine grössere Rolle, als du denkst.

In diesem Blogpost verrate ich dir die grössten Einrichtungsfehler und wie du diese im Handumdrehen umgehen kannst. Denn eine smarte Einrichtung ist das A und O – egal wie klein oder verwinkelt deine Wohnung ist!

1. Die Möbel stehen zu nah an der Wand

Schiebst du dein Sofa oder deinen Sessel zu stark an die Wand, erzeugst du dadurch automatisch ein Vakuum in der Mitte des Raumes. Das ist nicht nur unschön, der Raum wird sich auch kleiner anfühlen, wenn du deine Möbel an die Wand drückst.

Ein paar Zentimeter reichen bereits und der Raum wirkt sofort grösser. Möchte man allerdings ein Sofa vor dem Fenster platzieren und gar noch vor einem Heizkörper, so sollten es hingegen noch ein paar Zentimeter mehr sein. Bild: Residence Magazine

Tipp: Schaffe in der Mitte des Raumes eine gemütliche Sitzecke mit Sofa, Sessel und Tisch. Ist dein Zuhause dafür doch zu klein oder möchtest du die Möbel trotzdem lieber an die Wand stellen? Zieh die Möbel etwas von der Wand weg. Das schafft Luft und der Raum fühlt sich sofort größer an.

2. Der Teppich ist zu klein

Fast so schlimm wie gar kein Teppich ist ein zu kleiner Teppich! Bei einer grossen Nutzfläche sieht ein zu kleiner Teppich seltsam aus und lässt die Möbel schnell verloren wirken.

Hier wurden die Vorderfüsse der Couch auf dem Teppich platziert. Dieser Teppich ist so grosszügig gewählt, dass neben den Beistelltischen gar noch zwei massive Sessel Platz finden. Bild: Entrance Makleri

Tipp: Nicht geizen und ruhig zu einem grösseren Teppich greifen, denn ein richtig gewählter Teppich trägt viel zu einem schönen Raum und einem behaglichen Daheim-Gefühl bei.

3. Kein Freiraum zum Atmen

Gerade bei kleineren Räumen lautet eine allgemeine Devise: Weniger ist mehr. Was zwar wenig überrascht, ist in der Praxis häufig gar nicht so leicht umzusetzen, denn Kleinkram häuft sich schneller an, als einem lieb ist. Und dekorative Vasen, Skulpturen und allerlei andere Raumdeko in aller Ehre, wenn du jeden freien Bereich mit Deko-Krimskrams verstellst – egal wie schön er auch sein mag – kann sich sogar ein grosser Raum klein und chaotisch anfühlen.

Ein Gestell darf auch rein dekorative Zwecke erfüllen und muss nicht mit allem, das sonst grad keinen Platz findet, vollgestellt werden. Bühne frei für deine Dekoartikel! Bild: Stylizimo

Tipp: Wähle einen bewusst begrenzten Bereich, in dem du kleine Gegenstände wie Bilderrahmen, Kerzen, Vasen und Schmuckstücke arrangieren kannst. Hast du Schwierigkeiten, dich einzuschränken? Dann bringe ein Regal an, das nur für dekorative Zwecke gedacht ist. Oft kommt man aber ums Ausmisten einfach nicht herum. Also grosszügig Raum schaffen und sich auch von dem ein oder anderen Gegenstand trennen.

4. Die Vorhänge sind zu kurz

Ob bewusst oder unbewusst – du hast es wahrscheinlich schon hunderte Male gesehen. Entweder sind die Vorhänge zu kurz oder die Gardinenstange ist nur wenige Zentimeter über dem Fenster angebracht. Beides schmeichelt deinem Zuhause nicht wirklich! Vorhänge, die nicht bis zum Boden reichen und knapp unter der Mitte der Wand enden, lassen den Raum niedriger wirken. Ebenso verhält es sich mit zu kurzen Vorhängen. Doch Achtung: auch zu lang sollten die Vorhänge nicht sein!

Die Vorhänge erstrecken sich über die gesamte Raumhöhe und schmeicheln dem Raum. Bild: Hos Majorskan

Tipp: Befestige die Vorhangstange hoch an der Wand, direkt unter der Decke. Die Vorhänge reichen idealerweise von der Decke bis zum Fussboden. Das ist elegant und lässt den Raum höher wirken.

5. Du passt zu viel aufeinander ab

Matchy, matchy! Bloss nicht! Denn entgegen dem, was man glauben könnte, trägt eine perfekt aufeinander abgestimmte Farb-, Muster- oder Materialwahl nicht immer zu einer stimmigen Ganzheit bei. Im Gegenteil! Wenn alles miteinander verschmilzt, ist das Ergebnis meist nur ein langweiliger, platter Einheitsbrei. Materialmischungen und aufeinander abgestimmte Farbtöne und Muster-Vielfalt machen den Mix und die Einrichtung erst richtig spannend. Auch wenn ein gewisses Farbkonzept zu mehr Ruhe im Raum führt, brauchen wir Kontraste und interessante Stil- und Materialmischungen, um ein harmonisches Ganzes zu schaffen.

Verschiedene Farben in der gleichen Farbskala schaffen einen interessanten Eindruck und eine warme Atmosphäre. Bild: Stadshem

Tipp: Wenn du die Farbkoordination magst, dann beschränke dich darauf, nur die Wände abzustimmen oder finde einen roten Faden zwischen den Interieur-Details – nicht beide Optionen.

6. Du streichst deine Wände in einer dunklen Farbnuance

Düstere Wände sind ausdrucksstark und bringen deine Bilder erst richtig zur Geltung. Zudem sind dunkle Wandfarben ein starker Interior Trend, der schon seit einiger Zeit anhält (auch wenn beige Wände gerade gross im Kommen sind!). Stumpfe, dunkle Farben neigen jedoch dazu, Licht zu absorbieren, was dazu führt, dass der Raum kleiner wirkt als er tatsächlich ist. Nichts spricht dagegen, dunkle Farbtöne zu wählen, wenn dein Zuhause eine grosszügige Raumhöhe hat und durch grosse Fensterfronten gut ausgeleuchtet ist. Bei niedrigen Räumen mit wenigen, kleinen Fenstern sollten Wände aber besser nicht in einer dunklen Farbnuance gestrichen werden.

Hier wurde nur eine Wand dunkel gestrichen um zusammen mit dem schwarzen Fussboden nicht eine zu düstere Atmosphäre zu schaffen. Bild: Our New Home

Tipp: Indem du hellere Farbtöne wählst, scheint der Raum grösser und luftiger. Möchtest du trotzdem nicht auf dunkle Wände verzichten, begrenze dich am besten auf eine “Feature Wall” und streiche nur diese dunkel.

7. Die Möbel sind zu mächtig

Zu einer guten Raumaufteilung gilt auch das Masshalten. Nicht jeder Raum verträgt mächtige Fauteuils und filigrane Möbelstücke sehen schnell verloren aus in einer grossräumigen Wohnlandschaft.

Massive Möbel brauchen Platz und machen sich besonders gut in grosszügigen Räumen. Bild: Residence Magazine

Tipp: Kleine Räume profitieren von feingliedrigeren Möbelstücken, wohingegen ein grosses Wohnzimmer Raum für mächtigere Möbel bietet. Auch hier gilt: Nicht alles vollstellen und Zwischenräume lassen, so dass nicht nur dem Auge Freiräume geboten werden, sondern man sich auch ungehindert durch die Wohnung bewegen kann.

8. Du hast die Raumbeleuchtung vernachlässigt

Die Wahl der richtigen Lichtquellen ist nicht zu vernachlässigen, um ein gemütliches Daheim mit einem behaglichen Ambiente zu schaffen. Viele machen den Fehler, nur eine zentrale Lichtquelle pro Raum zu haben. Dies ist nicht nur unpraktisch, sondern kann ebenfalls dazu führen, dass der Raum als kleiner wahrgenommen wird als er de facto ist.

Unterschiedliche Leuchten im Raum verteilt, erfüllen unterschiedliche Funktionen und beleuchten jeden Winkel. Bild: Alvhem

Tipp: Schaffe Lichtinseln indem du mehrere verschiedene Leuchten im Raum verteilst. Dekoriere mit drei Lampen pro Raum, in verschiedenen Größen und Designs. Durch die Wahl von mehreren unterschiedlichen Lichtquellen wird das Licht mehr Winkel ausleuchten und für eine atmosphärisches Beleuchtung sorgen. Hast du nicht Platz oder genügend Steckdosen für so viele Lichtquellen? Verwende Spiegel, die das natürliche Licht im Raum reflektieren können.

9. Dein Zuhause ist “übermöbliert”

Wie bereits oben erwähnt, brauchen wir Raum, um uns frei bewegen und atmen zu können. Genau wie bei Kleinkram der sich ansammelt, können zu viele Möbel in einem Raum, einen einengenden Eindruck vermitteln.

Manchmal ist weniger mehr. Puristische Einrichtung, die sich auf das Nötigste beschränkt. Bild: Elisabeth Heier / Only Deco Love

Tipp: Wage es, die Möbel etwas in deinen Räumen herumzuschieben. Ein Sessel kann genauso gut im Schlafzimmer stehen wie im Wohnzimmer. Think outside the box! Aber achte darauf, dass Möbel besser nie direkt unter dem Fenster platziert werden sollten.

10. Du möchtest alles auf einmal

Bei der ersten eigenen Wohnung ist es einfach, in Aktivismus zu verfallen. Zumindest ging es mir so. Hatte ich erst mal ein Konzept für die Wohnung, sollte alles schnell gehen. Aber alles auf einmal und im schlimmsten Fall noch in demselben Warenhaus zu kaufen, ist ein Einrichtungsfehler, den man bestimmt bereuen wird. Ein Raum muss sich mit der Zeit entwickeln können. Nachhaltiger und schöner ist es doch auch, für gewisse Möbelstücke zu sparen und sich diesen Herzenswunsch zu erfüllen, wenn man das nötige Kleingeld und es sich bestätigt hat, dass einem das Wunschobjekt auch noch nach Monaten oder gar Jahren gefällt.

Die Mischung macht’s. IKEA lanciert immer wieder spannende Limited Editions auf die es sich zu warten lohnt. Bild: Behrer

Tipp: Wenn du einen Raum oder gleich ein ganzes Zuhause komplett neu einrichten darfst, besorge nur das Notwendigste, was für deinen Alltag absolut unabdingbar ist und halte dich bei Spontankäufen zurück. Richte den Raum Stück für Stück ein und setze auf absolute Lieblingsstücke, die schon längere Zeit deine Wunschliste anführen.

11. Du hast nicht an den Boden gedacht

Um ein stimmiges Farbschema zu erzielen, müssen nicht nur die Wände und das Interieur berücksichtigt werden. Oft wird der Boden schlichtweg ausser Acht gelassen, dabei spielt er keine unbedeutende Rolle für den Raum. Der Boden und die Decke tragen zu einem stimmigen Gesamtkonzept bei und sollten daher unbedingt miteinbezogen werden.

Der Stuhl aus Leder und Holz greift die Farbe und Maserung des Fussbodens auf. Bild: Anna Inredare

Tipp: Am einfachsten gelingt es, den Boden in das Interior Design Konzept miteinzubeziehen, indem man die Farbe des Fussbodens aufgreift und Möbel, Textilien oder Deko in derselben Farbe wählt, seien dies Kissen, Plaids oder Vasen. Möchte man einen Schritt weiter gehen, so kann man auch die Wände entsprechend streichen (denn die Wandfarbe lässt sich einfacher und günstiger verändern als der Boden). Wenn es um die Wahl der richtigen Farbnuancen geht, sollten warme mit warmen Tönen und kalte Nuancen mit kalten kombiniert werden.

12. Die Bilder sind falsch platziert

Bilder richtig anzubringen ist eine Kunst für sich. Schnell hängen sie zu hoch, zu tief oder einfach nur schief. Aber ein Gemälde, das falsch hängt, zerstört den gesamten Effekt, den es eigentlich haben sollte. Das Hängen der Bilder zu korrigieren, ist eine kleine Einrichtungsmission, die im Nu umgesetzt ist.

Unabhängig davon, wie die Bilder arrangiert sind, wichtig ist, dass sie auf Augenhöhe und gerade hängen. Bild: Stadshem

Tipp: Ein Bild sollte auf Augenhöhe hängen und bequem anzusehen sein. Ein weiterer Trick, um die richtige Höhe zu finden, besteht darin, die Raumhöhe in vier Teile zu unterteilen und die Bilder im zweithöchsten Teil aufzuhängen, vorausgesetzt, du hast nicht überdurchschnittlich hohe Decken. Hängt das Bild schräg? Versuche das Gemälde mit zwei Halterungen auf der Rückseite des Bilderrahmens anstelle von einer zu stabilisieren.

Dies waren meine 12 wichtigsten Tipps für ein schöneres Zuhause. Ich hoffe, du konntest den ein oder anderen smarten Trick für dein Wohn- oder Schlafzimmer finden. Welche wichtige Einrichtungsformel berücksichtigst du oder welchen Stylingfehler hattest du schon begangen?

Text: Lea Bollhalder