♥jaimejeanne: Africa Rising

June 21, 2018

Nicht nur die bunten Wax-und Batikprints von denen ich euch letzte Woche berichtet habe, sind grad richtig hoch im Kurs in Sachen Interior und Styling à la africaine.

Sondern auch der viel leisere, aber nicht minder anziehende Trend zu afrikanischer Natürlichkeit, der ganz viel dunkles Holz und Teak, schönst Geflochtenes und Körbe wie auch wunderbar rohe und knittrige Leinenstoffe in unsere vier Wände bringt. Die afrikanischen Einflüsse vermischen sich natürlich auch mit ethnischen Einflüssen von anderen Ländern. Dabei entsteht ein wunderschöner Mix von rauen Wänden, rohen Böden, Stroh, Leinen, dunklen Hölzern und ethnischen Objekten. Patina und Askese treffen aufeinander.

Diese urchige, erdige Natürlichkeit finde ich ganz besonders schön, denn sie passt einfach wunderbar zu unserem immer grösser werdenden Bedürfnis nach Konzentration auf die wenigen, wichtigen Dinge. Zu Nachhaltigkeit und Entschleunigung.

Der neue Wohntrend Wabi-Sabi, der zwar seinen Ursprung in Japan hat, aber dennoch derselben Ästhetik huldigt, bringt da die quasi identische Stilistik in unser Zuhause: Rohe, unbehandelte Stoffe, neutrale Töne und Objekte aus aller Welt und ethnische Trouvaillen. Ein Bohemian-Chic-Vibe, der sich von hippieskem, buntem und grellem klar entfernt.

Gerne möchte ich mit euch teilen, was mir in Sachen leisem, ethnischen Stil à la africaine  und neuem Ethno-Purismus aufgefallen ist. Und mein Herz erobert hat!

 

Ein magisches Auge für ethnische Wohnwelten

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Von  Jeroen van der Spek hab ich euch ja schon ein paarmal vorgeschwärmt. Der niederländische Fotograf bringt mich mit seinen stimmungsvollen Inzenierungen von Wohnwelten und Produkten immer wieder ins Schwärmen, z.B. für das holländische VTWONEN Magazin oder den Concept Store Couleur Locale (mehr dazu gleich). Auch der Schweizer Multispezialist Globus hat schon mit ihm zusammengearbeitet, um Feinstes von der Delikatessa zu inszenieren.

Zusammen mit talentierten Stylisten kreirt Jeroen Wohnwelten und Still-Leben von schönen Produkten mit riesengrosser Ausstrahlung und Anziehungskraft. Die eingesetzten Möbel , Accessoires und Objekte wirken allesamt, als hätten sie schon ganz viel spannendes erlebt und erzählen ihre ganz eigene Geschichte. Viel gebrauchtes und gewaschenes Holz, warmes Teak, kerniges Leinen und anderes rau-strukturiertes Textil,  Terracotta, Steinware, Alteisen, gebrauchtes Silber und Messing kommen da zum Einsatz.

Und ein Lichtspiel, das seinesgleichen sucht und mich gedanklich direkt nach Afrika befördert…

 

Der belgische Concept-Store Couleur Locale

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Ruth Walleyn und ihr Ehemann hatten ursprünglich von Berufes wegen rein gar nichts mit Interior zu tun: Sie waren beide Veterinär! Aufgrund ihrer zahlreichen Reisen und Bekanntschaften mit Künstlern und Handwerkern jedoch begannen sie, artisanale Produkte aus der Ferne zu importieren und zu verkaufen. Schon bald war ihr Concept-Store Couleur Locale geboren. Mittlerweile bringen sie nicht nur Schönes von Anderen aus der Ferne in ihren Laden, sondern lassen auch ihre eigenen Entwürfe produzieren und verkaufen diese in ihrem Laden in Belgien und auf ihrem Concept Store online. Allesamt nur die Crème de la Crème von Kunsthandwerk und lokalem ‘Savoir-Faire’. Vorallem auch ihre Kataloge sind immer unglaublich inspirierend und wecken nicht nur meine Lust zum Einkaufen, sondern auch mein Fernweh….

 

Kathrin Eckhardts wunderbare Körbe

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Von Kathrin hab ich euch an dieser Stelle schon berichtet. Die super sympathische Schweizer Stylistin wagte vor ein paar Jahren einen Neubeginn in Ghana. Die Entdeckung der lokalen Handwerkskunst inspirierte sie zur Gründung ihres eigenen Labels Kathrin Eckhardt Studio, unter dem sie nun traditionelles Handwerk mit zeitlosem Design verbindet.

Ihre Kleider, Overalls, Kimonos, Plaids, Decken und Körbe besitzen unter Kennern und Anhängern bereits Kultstatus. Besonders wichtig sind der sympathischen Kathrin auch der persönliche Austausch und das Vermitteln der westafrikanischen Kultur. Die artisanalen und sehr zeitgeistigen Produkte kann man an Events und Workshops in der Schweiz sowie in Ghana entdecken und kaufen. Ihre Körbe fürs Zuhause und für Unterwegs sind von einer so zeitgeistigen Schönheit, dass ich sie euch nur zu gerne ans Herz legen möchte. Die schönsten Stücke von Kathrin und noch viel mehr finde ich meist beim Burning Lights Market.

 

Leinen mit Geschichte von Gouvou Fabrics

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Hinter Gouvou stecken die zwei Ladies Emesa und Cinta, beide mit einem Rucksack an Erfarhrung in Textildesign und Styling. Sie haben sich mit ihrem Label zum Ziel gesetzt, unvergleichbare Stücke mit einer individuellen Geschichte zu schaffen. Ihre wunderschöne Bett-und Tischwäsche, die weichen Hocker wie auch die Taschen und Tunikas sind aus einzigartigen, traditionellen Leinenstoffen geschaffen. Die teils antiken, handgewobenen Vintage-Leinen spüren sie in ganz Europa auf und geben ihnen ihr ganz eigenes Gesicht, indem sie sie nach traditioneller Manier einfärben und vernähen. Die Qualität, Haltbarkeit und Seltenheit dieser Traditionsstoffe machen die Stücke von Gouvou individuell einzigartig und sehr exklusiv. Ich persönlich Schätze besonders ihre Zierkissen und Bettüberwürfe, denn sie geben mit ihrer sehr kernigen, natürlichen und gewollt unregelmässigen Optik ganz viel Ambiance in mein Schlafzimmer, das mit seinem gegossenen Steinboden, den hohen Räumen und den prägnanten Säulen sonst eher kühl daherkommt. 

 

Ethno-Purismus vom dänischen Label Tine K

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An dieser Stelle komme ich nicht drum herum, euch auch von der dänischen Marke Tine K und deren Gründerin Zinke zu erzählen. Sie schlägt mit ihrer riesengrossen Home-Kollektion Brücken zwischen traditioneller Handwerkskunst und skandinavischer Ästhetik.

 Ich liebe handgefertigte Innenräume, die reich an Geschichte und Seele sind. Zinke

Ihre Einrichtung schafft Stil und Atmosphäre, indem sie mit Kontrasten von hellen und dunklen Farben spielt. Die dunklen Töne erreicht sie mit Gegenständen, Möbeln und Teppichen aus Afrika und Fernost.

Das mittlerweile zu stattlicher Grösse angewachsene Label macht auch gesamte Einrichtungen, von denen ich euch eines an dieser Stelle sowieso erwähnen wollte. Es handelt sich um das wunderschöne Boutiquen-Hotelkonzept Casa Cook in Kos.
So schliesst sich die Schleife!

 

Raw Chic in der Casa Cook auf Kos

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Ganz ehrlich gesagt: Von Kos hab ich ein kleines Kindheits-Trauma. Als kleine Maus hab ich mit meinen Eltern fast jeden Sommer auf der griechischen Insel verbracht. Und mir dabei geschworen, dem Pelloponnes für ewig den Rücken zu kehren.

Die Casa Cook jedoch, die ich auf einem Reiseblog entdeckt habe, macht mir endlich Lust darauf, Griechenland und die Insel nochmals ganz neu zu entdecken! Der Mix von ethnischen Objekten, diese Art der rohen Dekoration, die natürlichen, rauen Materialien und die Patina im Kontrast zum polierten Beton – ein Mix der irgendwie so richtig nach Urlaub riecht und die Seele zur Ruhe bringen lässt. Ein Schatz, der das Puristische, das Schöne und die einfachen Vergnügen zelebriert. Ein mystisches Hotel für sogenannte Gypsetter, also bohème Reisende mit starker Kaufkraft, meine Lieben!

 

Von Kopf bis Fuss in Mansur Gavriel gekleidet

Diese Gypsetter würden sich wohl auch gerne von Kopf bis Fuss in ein Label kleiden, das zwar nicht direkt etwas mit Afrika zu tun hat, ich persönlich aber unglaublich gerne mag und dem ethnisch-puristischen Stil entsprechend passend finde: Mansur Gavriel!

Ihre puristischen, ledernen Behältnisse sind euch wohl allen ein Begriff, denn ihre ikonische ‘Bucket Bag’ war und ist nicht nur auf Instagram omnipräsent, sondern auch in den Strassen der Grossstädte.

Seit Kurzem widmet sich die Marke nebst tollen Lederwaren auch dem Thema Bekleidung. Ihre Ready-to-Wear-Kollektion ist fast komplett aus Leinen gearbeitet und zeigt eine puristische Linie, die sich jedoch klar an entspannter Lässigkeit und ethnischen Einflüssen aus Afrika und Asien anlehnt.

Der rosa Jumpsuit aus Leinen steht jedenfalls schon lange auf meiner Wunschliste ;)…

In diesem Sinne, gute Inspiration und auf sehr bald meine Lieben!

Bilder: Couleur Locale | Turbulences Deco | Jeroen van der Spek | Kathrin Eckhardt | Burninglights | Life at Home |Gouvou Fabrics | Tine K | Mooris.ch | Mansur Gavriel | Casa Cook

Seit ich denken kann, beschäftigen mich Bilder, Textilien und Farben. Durch meine Tätigkeit als Stylistin und Designerin …