Ein Tisch, der bewegt

February 14, 2018

Möbel mit Tradition und Gefühl

Wusstet ihr eigentlich, dass in nächster Nähe seit mehr als hundert Jahren wunderschöne Qualitätsmöbel gestaltet und gefertigt werden? Und zwar im Zürcher Oberland, in Rüti bei Embru!

Ich persönlich verbinde ganz viele schöne Kindheitserinnerungen an das Schweizer Mobiliar mit Weltruf: Den knallroten Spaghetti-Stuhl in der Bergbeiz, auf welchem ich meinen feinen Nussgipfel verstohlen genossen habe. Die lustigen Abdrücke auf dem Popo vom Liegestuhl in der Badi. Der robuste Holzstuhl im Schulzimmer, auf dessen Unterseite ich die Initialen meines Schulschätzlis eingeritzt habe. Das kleinfeine Tischli meiner Flötenlehrerin, das ich so gerne selbst am schwarzen Knopf auf meine Höhe runtersetzte…

Dass ich mich damals intuitiv auf Designklassiker von Embru – namentlich auf den Altorfer-Stuhl und die gleichnamige Altorfer-Liege oder in der Schule auf einen Hassenpflug-Stuhl gesetzt hatte, das wurde mir erst viel später bewusst. Und auch, dass die Flötenlehrerin ein wunderschönes, verstellbares Caruelle-Tischli besass, an das ich mich wöchentlich stellte.

Was mich damals interessierte, war die schöne Form, die lustigen Farben der Schnüre und die unschlagbare Bequemlichkeit der verlässlichen Möbel aus der Schweizer Manufaktur.

Noch heute begleiten mich Möbel von Embru durch den Alltag. Und zwar besonders prägnant durch meinen oft hektischen Arbeitsalltag.

Mein Bürostuhl auf vifen Rollen ist nämlich kein anderer als der Marchand-Atelierstuhl der Traditionsmarke. Mein Laptop, Stift und die Notizen finden hingegen seit letzter Woche ihr Plätzli auf dem nigelnagelneuen Atelier Tisch vom selben Gestalter. Zu diesem feinen Tisch erzähle ich euch gleich mehr.

Der Marchand-Stuhl ist übrigens, wie die schönen Sitze der ganz ‘alten’ Züri-Trams, aus Pagodenholz geschaffen. Ein Material, das ich sowohl von der Optik als auch vom Sitzgefühl her besonders schätze. Seine Form und Namensgebung verdankt die schöne Sitzgelegenheit dem Schweizer Designer Christophe Marchand.

 

40 Jahre Embru-Büromöbel

Dass ich diese Möbel in meinem Büroalltag so sehr schätze, das kommt nicht von ungefähr. Denn Embru kann auch im Bereich der Büromöbel stolzen Hauptes eine 40-jährige Erfahrung vorweisen.

Schon Ende der Siebzigerjahre tüftelten die kreativen Köpfe in Rüti an neuen Lösungen, um uns den Büroalltag nachhaltig zu erleichtern und zu verschönern. So entstand in Rüti mit ergodata eines der weltweit erfolgreichsten Büromöbelprogramme. Später überzeugten take off und eQ, allesamt mit viel Erfolg und grossem Absatz.

Vor Kurzem durften meine lieben Kolleginnen Lea und Nina die Manufaktur im Zürcher Oberland sogar besuchen. Aus ausgesuchtem Holz werden die Möbelstücke besonders liebevoll und präzise in der hauseignen Werkstatt gefertigt. Modernste Technik trifft dort auf Mitarbeiter mit Know-How und Leidenschaft für Möbel, die halten was sie versprechen.

 

Zuverlässig und beweglich

Die Büromöbel sind, wie alle anderen Möbel von Embru, nicht nur äusserst zuverlässig, sondern auch sehr agil. So zieht sich nebst der Verlässlichkeit also auch ein weiterer roter Faden durch Geschichte und Philosophie des Traditionsunternehmens – nämlich die Beweglichkeit. Embru schuf als eine der ersten Unternehmen Möbel, die sich in Höhe und Winkel verstellen und sich so den ändernden Bedürfnissen anpassen liessen.

Ihre höhenverstellbaren Tische und Stühle sind bis heute bewegliche Lieblinge, die perfekt zu unserem dynamischen Alltag in Schulen und Ateliers passen.

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Das Caruelle-Tischli lässt sich ganz einfach und vielseitig verstellen. Hier ein Modell der ersten Stunde.

 

Der Atelier Tisch

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Dies zur Geschichte und den Werten. Doch nun zu meiner neuesten Trouvaille! Der Atelier Tisch von Christophe Marchand und Embru ist, wie schon erwähnt, das neueste Baby in meinem kreativen Office. An der Fachmesse Neue Räume 17 habe ich mich vergangenen November bereits ein wenig in das schöne Stück verguckt und euch auf Instagram davon berichtet. Der klein bemasste Tisch wirkt auf den ersten Blick unaufgeregt schlicht, birgt aber viele Finessen, ein ausgefeiltes Design und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Und dies alles bei richtig zugänglichem Preis, was ich persönlich besonders schätze.

Mit vollem Namen heisst das vielseitige Möbel übrigens Atelier Tisch 4030. 

Das Werkstattböckli-Prinzip

Das Schweizer Design-Stück ist nach dem Prinzip des Werkstattböcklis entworfen. Heisst: Ein dreieckig gestaltetes, einfach zusammenzubauendes Untergestell dient als stabile Tischbeinkonstruktion. Der Tisch wird dann von einer einfachen Holzplatte ergänzt, die auf diesen Böckli zu liegen kommt. Abgeschrägte Rohre verhindern ein Abrutschen und dem Durchhängen kann mit einer kleinen Stütze zuvorgekommen werden.

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Mobiler Geselle

Ein Ateliertisch muss für mich nicht nur schön anzusehen sein, sondern auch eine gewisse Mobilität erfüllen. Denn in der kreativen Arbeitswelt oder auch Zuhause ist Veränderung ja an der Tagesordnung. Mit ihrer Neuentwicklung erfüllt Embru diesen Anspruch auf jeden Fall. Denn der Marchand-Ateliertisch lässt sich supereinfach zusammenbauen. Und auch wieder abbauen, bien sûr!

 

Durch die mit Lasertechnik bearbeiteten Materialien und ausgefeilten Rohr-in-Rohrverbindungen kommt der Tischunterbau ganz ohne geschweisste Teile aus. Die Rohre in den zwei verschiedenen Dimensionen lassen sich mittels Einschubprinzip ganz einfach miteinander verbinden und ein Zusammenbau ist auch für Laien wie mich ganz einfach zu handeln.

Der Tisch kommt in einer fixen Höhe daher, die mittels Flügelschraube ganz unkompliziert justierbar ist. Versteht sich fast von selbst, da wie schon erwähnt die Eigenschaft ‘Beweglichkeit’ ja für die allermeisten Embru-Stücke archetypisch ist.

Besonders chic ist die matte Beschichtung des in Schwarz oder Weiss erhältlichen Gestells, die ihm eine zeitlose, diskrete Eleganz verleihen.

 

Wandelbar mit Tischplatte nach Wahl

Jede beliebige Tischplatte kann darauf platziert werden. Embru offeriert bei der hauseigenen Variante eine wertige Tischplatte in zwei Grössen mit heller Eichenkante, dessen Oberfläche aus schwarzem Linoleum oder hellem Kunstharz beschichtet ist.

Aber auch eine einfache, helle Holzplatte im nordischen Stil macht sich darauf wunderbar, besonders auf dem weissen Untergestell. Oder vielleicht gar eine alte Tischplatte aus einer Werkstatt, mit ihrer eigenen Patina und Geschichte, für einen Touch echten Industrial Chic im Atelier oder in der Wohnung? Auch ein Tisch-Modell aus hochwertiger, stabiler Wapenpappe kann ich mir durchaus vorstellen.

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Ganz besonders toll: Das Möbel fürs Atelier, coole Büro oder ganz einfach fürs Zuhause ist ohne, aber auch mit Tischplatte absolut erschwinglich. Das dürft ihr mir gerne glauben. Diese Zugänglichkeit lag dem Traditionshaus von Anfang an bei der Entwicklung des Tisches am Herzen, wie mir Andreas Mantel, Kopf und Geschäftsleiter von Embru im Gespräch versichert.

 

Mein Atelier ist auch bei mir Zuhause

Wer sagt denn, das ein Ateliertisch auch nur im Atelier stehen darf? Mir persönlich gefällt das schöne Stück auch wahnsinnig gut als kreativer Schreibtisch bei mir Zuhause. Dort finde ich die Variante mit dem weissen Untergestell irgendwie schöner, denn sie wirkt leichter und femininer. Aber das ist natürlich eine Frage des persönlichen Gustos!

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Work and taste

Und wenn ich mit der Arbeit fertig bin, dann wird das schöne Möbelstück ratzfatz zum Esstisch umfunktioniert. Das nenn ich mal ein kompaktes Home Office!

Mit meinem feinen Porzellan, ein paar Eukalyptus-Zweigli drauf und einer Schüssel dampfende Pasta mittig platziert – schon ist der Atelier Tisch ein herzeigbarer Gäste-Esstisch.

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Das Home Office wird – schwups – zum Esstisch.

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Sehr gerne ist er auch ein unkonventioneller Tisch, wo sich das Familienleben mit Bastelstunde oder meine ganz eigenen, persönlichen kreativen Anfälle abspielen.

Ein Möbel so unkompliziert, dass es für jeden Spass, jede Extrastunde Arbeit, jeden unangekündigten Besuch und jeden Musenkuss zu haben ist.

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Fazit: Der Atelier Tisch 4030 kommt mit seinen grafisch angeordneten Beinen besonders cool und mit Atelier-Flair daher. Und ist damit ein Statement zu nachhaltiger Schweizer Qualität mit Weitblick, wo immer er auch sein Plätzli findet! Er fügt sich wunderbar in jegliche Wohnwelt ein und sorgt für kreative Brüche.

Ein erschwinglicher, beweglicher Tisch für all diejenigen, die Purismus mit einem gepflegten Hauch Industrial-Chic ebenso schätzen wie Schweizer Handwerk und Tradition.

Eure Jeannette

 

Bild: Mooris.ch | Nina Maria Glahé | Embru

Text: Jeannette Urech

Styling: Lea Montini und Isabelle Niemann

 

Seit ich denken kann, beschäftigen mich Bilder, Textilien und Farben. Durch meine Tätigkeit als Stylistin und Designerin …