Kunst und Handwerk

Schon letzte Woche durfte ich über die Schreinerei Röthlisberger berichten, die das Schreinerhandwerk seit 1928 in Perfektion betreibt. Nun möchte ich anhand eines ganz speziellen Entwurfs, etwas tiefer in die Handwerks-Kunst eintauchen. Denn bei diesem Entwurf treffen genau diese beiden Begriffe aufeinander.

Der Schrank ‘Mondrian’ wurde vor 1977 als allererstes Modell in die Röthlisberger Kollektion aufgenommen und ist somit der Grundstein der Erfolgs­geschichte ihrer eigenen Möbelkollektion. Vierzig Jahre Perfektion – das feiert Röthlisberger mit einer Neuproduktion des zeitlosen Schranks.

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Erhältlich ist der Entwurf ‘Mondrian’ in zwei nummerierten Ausführungen zu je 20 Stück. Das Objekt 1 und 2 unterscheidet sich in der Flächenaufteilung und somit auch etwas in der Funktion. Hat Objekt 1 den Charakter einer Hausbar erinnert das Objekt 2 mit seiner grossen roten Ausladende Fläche und viel Stauraum für Ordner an einen Sekretär.

 

Die Inspiration

Der Designer Koni Ochsner hat den Mondrian Schrank 1976, als – in seinen Worten ‘Funktionsmöbel für Individualisten’ entworfen. Inspiriert hat er sich von der Farbgebung und Flächenteilung in den Bildern von Piet Mondrian (1872 – ­1944). Gradlinig und far­benfroh und dem Prinzip Mondrians verpflichtet, alles soweit zu abstrahie­ren, bis das Wesentliche sichtbar wird. So schreibt Röthlisberger über den Entwurf: “Farben und Proportionen des Schrankes wurden nach Funktionalität entworfen. Die Produktion und die aufwändige Verarbeitung beinhalten viel Handar­beit. Was zusammen mit dem maximalen Glanzgrad der Oberfläche dem ‘Mondrian’ seine edle Erscheinung verleiht. Ein verspiegelter Sockel reflektiert den Boden und erzeugt die Illusion eines schwebenden Schranks.”

Die von Piet Mondrian gemalten Originale stehen heute in den bekann­testen Museen der Welt. Zu sehen unter anderem in einem meiner Lieblingsmuseen in Basel in der Fondation Beyeler ist die Komposition mit Gelb und Blau’ von 1932.

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Nicht nur Koni Ochsner wurde von Mondrian inspiriert, andere namhafte Künstler haben sein Werk aufgegriffen und für sich interpretiert. Ein wunderbares Beispiel zeigt uns YSLs ‘Mondrian Day Dress’ aus dem Jahre 1965, der dazu noch ein passendes Zitat liefert:

“Fashion is not quite an art but requires an artist in order to exist.”

– Yves Saint Laurent

 

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Gerrit Rietvelt ‘Red Blue Chair’, 1917/1923

 

Der ‘Red Blue Chair’ ist ein Klassiker vom Architekt und Möbeldesigner Gerrit Rietveld und erinnert ebenfalls an die reduziert grafischen Bilder Mondrians. Der Entwurf ist noch immer erhältlich über Spectrum Design.

Wer mehr in die Welt von Mondrian eintauchen möchte, dem empfehle ich das gleichnamige Buch vom Taschen Verlag.

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Das ‘Klick’

Als ich den Schrank fürs Fotoshooting im Atelier stehen sah und die farbigen Türen auf und zu klickte, hat es auch bei mir ‘klick’ gemacht. – Den Schrank kannte ich nämlich bereits aus meiner Kindheit! Das allererste Exemplar vom Objekt 1 ist im Besitz von Esther, der Gotte meiner Schwester. Ihr auserlesener Geschmack und ihr Auge für schöne Klassiker wusste ich schon immer sehr zu schätzen, aber als 4-jähriges Mädchen war mir nicht bewusst, mit was für einem Schatz ich da eigentlich spielte.

Noch heute hat der Mondrian Schrank seinen Platz in der Nähe von Basel, bereitet grosse Freude und glänzt, als wären keine 40 Jahre vergangen…

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Die Kunst

Diese Perfektion und Qualität hat mich unglaublich fasziniert und mich gwundrig gemacht, wo und wie solch Originale entstehen. Kurzum bin ich nach Gümligen zu den Brüdern Jan, Marc und Beni auf Besuch und habe mich in den schönen grossen Produktionsräumen von Röthlisberger umgesehen. So klar und präzise der Schrank, so aufgeräumt und organisiert die Werkstätten. Ein emsig konzentriertes Treiben in guter Stimmung ist mir entgegen gekommen und eine unglaubliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bei der Erklärung zur Entstehung der Objekte.

Jeder Handgriff sitzt und die Leidenschaft und Freude an Material, Form und Qualität ist sichtlich spürbar.

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Für mich war es einmal mehr eine unglaublich tolle Erfahrung zu sehen, was alles für Arbeit bei einem Möbelstück dahinter steckt, bis ein Objekt so selbstverständlich bei mir zu Hause stehen kann. Mindestens 40 Stunden werden an einem Schrank geschliffen, lackiert, geschraubt und gezaubert.

Leider habe ich noch keinen echten ‘Mondrian’ bei mir, aber für liiv hatte ich die Möglichkeit ihn so zu inszenieren, wie ich ihn am liebsten bei mir zu Hause stehen hätte.

Rö_Mondrianschrank_MoodWer sich ein Original sichern und damit ein echtes Kunstwerk bei sich zu Hause haben will, kann jetzt eines der limitierten Objekte 1 oder Objekt 2 bei Mooris.ch erstehen. Eine Investition, die sich für mindestens 40 weitere Jahre lohnt.

 

***Eure Lea

Moodbilder und Making-Off: Nina-Maria Glahé und ich / Produktebilder: Alain Bucher

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